Kleenex “Feel Good” Kampagne

Wir sind ja immer ein wenig hin und her gerissen, wenn wir eine gute Kampagne sehen, die aber gegen Facebook Richtlinien verstößt. Meistens entscheiden wir uns dann aber doch darüber zu berichten, auch wenn wir keinem empfehlen wollen die Idee in dieser Form zu kopieren. Vielleicht kann es aber als Anregung für eine “legale” Kampagne dienen.

So auch bei der “Kleenex Feel Good” Kampagne aus Israel. Die Idee ist so einfach wie genial: Kleenex hat in Israel “Feel Good” Pakete an die Facebook Nutzer versendet, die in ihren Statusupdates ihre Erkältung erwähnt haben. Dazu mussten die Empfänger sich aber nicht, wie so häufig bei Promotions, erst um diese Pakete bewerben oder ihre Meldungen explizit auf der Kleenex Seite absetzen, sondern die Empfänger wurden zufällig auf Grund eines Statusupdates von Kleenex ausgewählt.

Die Adressen der Nutzer wurden über Anfragen bei deren Freunden ermittelt, die Pakete wurden anschließend per Kurier zugestellt. Da Israel ein relativ kleines Land ist, erreichten die meisten der 50 versendeten Pakete so innerhalb von zwei Stunden nachdem der Nutzer sein Statusupdate gesendet hatte, den Empfänger. Wie groß die Freude und Überraschung der zwar noch immer kranken aber nun “good feeling” Facebook Nutzer war, zeigt das Video sehr gut.

Wenn wir aber noch mal auf die Facebook Richtlinien und auch auf deutsche Gesetze zurück kommen, müssen wir von einer solchen Aktion abraten. Auch wenn Facebook hier wohl kaum etwas unternehmen würde beziehungsweise in der kurzen Zeit auch nicht unternehmen könnte, so droht doch eine entsprechende Abmahnung durch einen Mitbewerber.

Kampagnenvideo:  (weiterlesen …)

Buchverbrennungen und Facebook retten Bibliothek

Die Geschichte klingt schon ein wenig absurd. In Michigan hatte das Städtchen Troy kein Geld mehr um die Stadtbibliothek weiter zu betreiben. Nur mit einer Steuererhöhung von 0,7% wäre die Finanzierung zu sichern gewesen. 0,7% sind gewiss nicht viel, doch für viele Einwohner war das zu viel. Es kam zu einem Protest gegen die Steuererhöhung, der indirekt auch ein Protest gegen die Bibliothek war. Das Schicksal der Bibliothek schien bereits besiegelt.

Mit gerade einmal 6 Wochen Zeit bis zur entscheidenden Abstimmung und einem Budget von nur 3500 Dollar konnte die Bevölkerung aber trotzdem noch umgestimmt werden. Wie es dazu kam zeigt das folgende Video:


Credits: Facebook-Studio

Die Bibliotheksbefürworter hatten auf Plakaten und auf einer eigens eingerichteten Facebook Seite anonym zu einer Buchverbrennungsparty aufgerufen. Erst als die Empörung groß genug war und sowohl regionale als auch nationale Presse das Thema aufgegriffen hatten, gaben sich die Initiatoren zu erkennen und erklärten denn Sinn ihrer trojanischen Aktion.

Ein wirklich spannender Case, der noch einmal die Macht der socialen Medien zeigt.

Joe und Leola waren vor Mark Zuckerberg auf Facebook – Geschichte neu erleben


Joe McDonald und Leola Lewis waren vor Mark Zuckerberg auf Facebook – zumindest theoretisch. Die beiden Studenten der Universität von Nevada gab es wirklich, sie haben 1915 bzw. 1913 ihren Abschluss gemacht und sind seit Jahren tot. Ihre Facebookprofile sind die Idee von Donnelyn Curtis, einer Mitarbeiterin der Universität, der damit Geschichte interessant machen will für die “Generation Facebook”.

Leola und Joe posten Beiträge und Fotos aus ihrem Studienalltag, wie Millionen von anderen Facebook-Nutzern auch, sie interessieren sich für die Musiker und Schauspieler des jungen 20. Jahrhunderts und denken über ähnliche Dinge nach wie wir heute. Nur eben in einem komplett anderen historischen Zusammenhang. Der wird von den Historiker akkurat recherchiert und ins Facebook-Zeitalter übersetzt.

Wie schon das inzwischen abgeschaltete Profil der israelischen Anti-Drogen-Behörde verstößt auch das junge Pärchen aus Nevada gegen die Facebook-Richtlinien, die ein Anlegen von Fake-Profilen untersagen.

“I know Facebook could decide that we’re breaking the rules and take it down but I don’t think they will. I hope they don’t.”, sagte Curtis im Interview mit dem US-Blog Mashable.

Das Interesse an den beiden Studenten ist jedenfalls riesig: Beide haben schon mehr als 2500 Freunde und eine rege Interaktion auf ihren Profilen.

Update: Wie zu erwarten war, hat Facebook die Profile inzwischen gesperrt.

Plan the BT Wedding: Rückblickend ein voller Erfolg

Im Frühjahr 2011 hat die British Telecom eine Kampagne geschaffen, die verschiedene Werbekanäle auf beeindruckende Weise zusammenführte. In einem Video nimmt BT Marketing Director David James für Facebook Marketing Solutions nun nochmal Stellung zur erfolgreichen “Plan the BT Wedding”.

Rückblick

Die Kampagne aus dem letzten Jahr setzte auf zwei Säulen: Eine TV-Werbekampagne, die als eine Art Soap aufgebaut war, in deren Mittelpunkt Adam und Jane standen. Die beiden Protagonisten waren dem britischen TV-Publikum durchaus bereits ein Begriff, da sie schon seit 2005 in Werbespots der BT auftauchten. Am 23. April 2011 hat das Pärchen dann geheiratet.

Und hier kam Facebook ins Spiel. Die Planung der Hochzeit und somit auch die weitere Ausgestaltung der TV-Spots lag in den Händen der Facebook-Fans der BT. Über Werbeanzeigen mit Voting-Funktionen sowie über die Fanpage der BT konnten die Nutzer über Janes Hochzeitskleid ebenso bestimmen wie über den Song für den ersten Tanz und die Frage, mit welcher britischen Nobelkarosse die beiden den Weg in die gemeinsame Zukunft bestreiten sollten.

Während der dreiwöchigen Abstimmungsperiode wurden knapp 460.000 Votes abgegeben. Facebook wurde zum zweitwichtigsten Referrer der BT-Website. Neben der Abstimmung über Facebook war auch ein SMS-Voting möglich.
Aber es gab auch Kritik an der Kampagne: Peter Bradshaw, der Filmkritiker des Guardian, fand sie fürchterlich – und inhaltlich fast immer eine Parallele aus der Filmwelt.

Eine Nacht im IKEA – nur für Facebook Fans

Es ist DER Kindheitstraum überhaupt: Eine Nacht im Kaufhaus eingeschlossen! Der selben Meinung waren auch knapp 100.000 Facebook Nutzer auf der Seite “I wanna have a sleepover at IKEA“. Dabei handelt es sich um eine Seite, die nicht von IKEA, sondern einer Privatperson ins Leben gerufen wurde. Alle Fans sind also freiwillig da und mussten nicht erst mit Gewinnspielen oder ähnlichen Promotions geworben werden. Echte Fans, was gibt es schöneres für ein Unternehmen.

Das dachte sich im Herbst des vergangenen Jahres dann auch IKEA in Essex (UK) und wählte über eine Facebook App 100 der Sleepover Fans ein um ihren Traum wahr werden zu lassen: Eine Nacht im IKEA. Leider nicht alleine, sondern alle zusammen. Nach Ladenschluß öffneten die Türen des IKEA am 27. November 2011 also erneut. Neben der Übernachtung selbst gab es ein großes Rahmenprogramm mit Mitternachtsfilm, Einschlafgeschichte, Schlafwissenschaftlern, Snacks usw.

Bettwäsche, Kissen und Decken durften die Besucher sich frei aus dem IKEA Sortiment aussuchen. Zudem gab es die Möglichkeit verschiedene Betten und auch Matratzen zu testen.

Hier hat IKEA (wieder einmal) sehr gut erkannt, wie man Facebook und die sozialen Medien nutzen kann. Durch die Nacht im Kaufhaus wurden die Kunden nicht nur mit den Produkten näher in Kontakt gebracht, sondern wurden für ihre Loyalität zum Unternehmen auch noch mit einem besonderen Ereignis belohnt. So geht Social Media Marketing.

Natürlich gibt es zu dem Event auch ein Video, dass wir euch nicht vorenthalten wollen: (weiterlesen …)

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