Die Geschichte klingt schon ein wenig absurd. In Michigan hatte das Städtchen Troy kein Geld mehr um die Stadtbibliothek weiter zu betreiben. Nur mit einer Steuererhöhung von 0,7% wäre die Finanzierung zu sichern gewesen. 0,7% sind gewiss nicht viel, doch für viele Einwohner war das zu viel. Es kam zu einem Protest gegen die Steuererhöhung, der indirekt auch ein Protest gegen die Bibliothek war. Das Schicksal der Bibliothek schien bereits besiegelt.
Die Bibliotheksbefürworter hatten auf Plakaten und auf einer eigens eingerichteten Facebook Seite anonym zu einer Buchverbrennungsparty aufgerufen. Erst als die Empörung groß genug war und sowohl regionale als auch nationale Presse das Thema aufgegriffen hatten, gaben sich die Initiatoren zu erkennen und erklärten denn Sinn ihrer trojanischen Aktion.
Ein wirklich spannender Case, der noch einmal die Macht der socialen Medien zeigt.
Joe McDonald und Leola Lewis waren vor Mark Zuckerberg auf Facebook – zumindest theoretisch. Die beiden Studenten der Universität von Nevada gab es wirklich, sie haben 1915 bzw. 1913 ihren Abschluss gemacht und sind seit Jahren tot. Ihre Facebookprofile sind die Idee von Donnelyn Curtis, einer Mitarbeiterin der Universität, der damit Geschichte interessant machen will für die “Generation Facebook”.
Leola und Joe posten Beiträge und Fotos aus ihrem Studienalltag, wie Millionen von anderen Facebook-Nutzern auch, sie interessieren sich für die Musiker und Schauspieler des jungen 20. Jahrhunderts und denken über ähnliche Dinge nach wie wir heute. Nur eben in einem komplett anderen historischen Zusammenhang. Der wird von den Historiker akkurat recherchiert und ins Facebook-Zeitalter übersetzt.
“I know Facebook could decide that we’re breaking the rules and take it down but I don’t think they will. I hope they don’t.”, sagte Curtis im Interview mit dem US-Blog Mashable.
Das Interesse an den beiden Studenten ist jedenfalls riesig: Beide haben schon mehr als 2500 Freunde und eine rege Interaktion auf ihren Profilen.
Update: Wie zu erwarten war, hat Facebook die Profile inzwischen gesperrt.
Im Frühjahr 2011 hat die British Telecom eine Kampagne geschaffen, die verschiedene Werbekanäle auf beeindruckende Weise zusammenführte. In einem Video nimmt BT Marketing Director David James für Facebook Marketing Solutions nun nochmal Stellung zur erfolgreichen “Plan the BT Wedding”.
Rückblick
Die Kampagne aus dem letzten Jahr setzte auf zwei Säulen: Eine TV-Werbekampagne, die als eine Art Soap aufgebaut war, in deren Mittelpunkt Adam und Jane standen. Die beiden Protagonisten waren dem britischen TV-Publikum durchaus bereits ein Begriff, da sie schon seit 2005 in Werbespots der BT auftauchten. Am 23. April 2011 hat das Pärchen dann geheiratet.
Und hier kam Facebook ins Spiel. Die Planung der Hochzeit und somit auch die weitere Ausgestaltung der TV-Spots lag in den Händen der Facebook-Fans der BT. Über Werbeanzeigen mit Voting-Funktionen sowie über die Fanpage der BT konnten die Nutzer über Janes Hochzeitskleid ebenso bestimmen wie über den Song für den ersten Tanz und die Frage, mit welcher britischen Nobelkarosse die beiden den Weg in die gemeinsame Zukunft bestreiten sollten.
Während der dreiwöchigen Abstimmungsperiode wurden knapp 460.000 Votes abgegeben. Facebook wurde zum zweitwichtigsten Referrer der BT-Website. Neben der Abstimmung über Facebook war auch ein SMS-Voting möglich.
Es ist DER Kindheitstraum überhaupt: Eine Nacht im Kaufhaus eingeschlossen! Der selben Meinung waren auch knapp 100.000 Facebook Nutzer auf der Seite “I wanna have a sleepover at IKEA“. Dabei handelt es sich um eine Seite, die nicht von IKEA, sondern einer Privatperson ins Leben gerufen wurde. Alle Fans sind also freiwillig da und mussten nicht erst mit Gewinnspielen oder ähnlichen Promotions geworben werden. Echte Fans, was gibt es schöneres für ein Unternehmen.
Das dachte sich im Herbst des vergangenen Jahres dann auch IKEA in Essex (UK) und wählte über eine Facebook App 100 der Sleepover Fans ein um ihren Traum wahr werden zu lassen: Eine Nacht im IKEA. Leider nicht alleine, sondern alle zusammen. Nach Ladenschluß öffneten die Türen des IKEA am 27. November 2011 also erneut. Neben der Übernachtung selbst gab es ein großes Rahmenprogramm mit Mitternachtsfilm, Einschlafgeschichte, Schlafwissenschaftlern, Snacks usw.
Bettwäsche, Kissen und Decken durften die Besucher sich frei aus dem IKEA Sortiment aussuchen. Zudem gab es die Möglichkeit verschiedene Betten und auch Matratzen zu testen.
Hier hat IKEA (wieder einmal) sehr gut erkannt, wie man Facebook und die sozialen Medien nutzen kann. Durch die Nacht im Kaufhaus wurden die Kunden nicht nur mit den Produkten näher in Kontakt gebracht, sondern wurden für ihre Loyalität zum Unternehmen auch noch mit einem besonderen Ereignis belohnt. So geht Social Media Marketing.
Die Funktionen der neuen Timeline stehen auf Facebook Pages noch nicht zur Verfügung, sodass man zwar durchaus schon gute Ideen zur Verwendung des neuen Profilbanners gesehen hat, aber darüber hinaus die Funktionen der Timeline noch nicht in den Ideenpools der Marketingverantwortlichen angekommen sind.
Einen gelungenen Versuch, das Marketing-Dogma der Facebook Page zu durchbrechen und sich die neue Optik der Profile zu Nutze zu machen, hat die israelische Anti-Drogen-Behörde gestartet. Im Mittelpunkt steht Adam Barak, der die Timeline ganz im Sinne von Facebook nutzt und Fotos aus seinem Leben postet. Durch die bewusste Steuerung der Foto-Anordnung wird dabei Adams Leben mit Drogen dem drogenfreien Leben gegenübergestellt: (weiterlesen …)