Zusammenfassung: Facebook Mobile Hack London

Zusammenfassung: Facebook Mobile Hack London


Gastbeitrag von Klaus Breyer

Am 05.03.12 fand in London der erste europäische Mobile Hack für Facebook Entwickler statt. Veranstaltungsort war einem Kinosaal im Londoner „Rich Mix“. Über dem eigentlichen Saal war noch ein zweiter Kinosaal mit einem Livestream. Eröffnet und moderiert wurde das Event von James Pearce, Head of Mobile Facebook Developer Relations.

In der Keynote sprachen James Pearce und Jonathan Matus davon, dass mobile Geräte nicht als reduzierte, kleinere Plattform, stiefbrüderlich gesehen werden sollten. Im Gegenteil – Sie bieten noch viel mehr Features als ein Desktop, z.b. unter anderem Webcam-Zugriff und GPS.

Sie erwähnten auch das Engagement von Facebook die mobilen Plattformen gerade zu ziehen. Eine der Aktivitäten die daraus entsprang ist der „Ring Mark“, ein Benchmark für mobile Browser. Im speziellen der Webcam-Support in mobilen Browsern ist dabei ein stark priorisiertes Ziel.

Mobile Plattform, Best Practices, HTML 5 

Aryeh Selekman, Partner Engineer für Mobile bei Facebook, verglich in seinem Talk eingangs die kleinen aber feinen Unterschiede zwischen den mobilen Plattformen m.facebook.com, iOS und Android.

Anschließend wurde eine Plattformunabhängige HTML5 App namens „Icebreaker“ entwickelt. Diese verglich basierend auf Geo-Locations die Interessen aller Anwesenden.

Zum Abschluss gab er „Pro-Tipps“ für native Apps:

  • Jede App in die Timeline bringen!
  • Eine einzige App-ID für Apps auf allen Plattformen!
  • Single-Sign-On für iOS und Android implementieren!
  • Empfehlungsmechanismus über Facebook ist wertvoller als eine Nachricht, die den Nutzer zu einem Rating im Appstore zwingt.
  • Apps und Plattformen sollen die existierende Facebook-Freundesliste benutzen anstatt eine eigene Freundesliste zu implementieren, in der man sich nochmals mit allen neu befreunden muss.
  • Mit minimalen Permissions starten!

Native App Development; Android & iOS

Aryeh Selekman und Jonathan Matus spielten sich in dieser Session den Ball zu. Haupt-Tipp und zentraler Bestandteil war die Implementierung von Single Sign On (SSO) in mobilen Apps. Native Apps sollen einen Facebook-Connect machen, ohne dass man, wie jetzt noch leider zu oft, seine Login-Daten eingeben muss. Viel eleganter ist es, die Leute über die bereits genutzte Facebook-App umzuleiten, in der man ohnehin schon eingeloggt ist.

Das wurde dann auch gleich mal in XCode live vorgemacht.

Die zweite Hälfte handelte vor allem über Deep Linking, Shallow Linking und Native Linking bzw. dem entsprechenden Verhalten der mobilen Plattformen. Deep Linking wurde dann auch live in eine iOS App integriert.

Open Graph on Mobile

Der Beitrag von Simon Cross handelte wie immer über sein Spezial-Thema, dem Open Graph. Der Vortrag war im Prinzip der gleiche wie auf der F8 im Oktober in Berlin und auf der allfacebook.de DevCon. Er wurde etwas auf mobile Plattformen hin angepasst und mit einigen Schmankerl ausgestattet.

Am überraschendsten: Man kann inzwischen auch den Graphen auslesen. Apps können mit den entsprechenden Permissions alle Aktionen des Users bekommen. Auch jene, die auch andere Apps (z.b. Soundcloud oder Pinterest) in den Graphen geschrieben haben.

Argumentiert wurde dies damit, dass die Daten, ähnlich den eigenen Profildaten, dem Nutzer selbst gehören. Der Weg für neue Meta-Anwendungen ist damit offen.

Die entsprechenden Permissions findet man hier: http://developers.facebook.com/docs/reference/api/permissions/#open_graph_perms

 Hybrid Mobile Apps with PhoneGap

Dieser Talk ist leider ausgefallen, da der Speaker von PhoneGap nicht auffindbar war.

AudioVroom Case Study & Mobile Web Best Practices

AudioVroom ist eine App, die Musik die meinen Freunden gefällt als Radiostationen aggregiert anbietet.

Der Marcos Lara erklärte wie sie ihre Cross-Plattform App im Detail strukturiert haben. Dabei gibt es im Prinzip eine einzige Codebase, welche mittels einem variablen und sich selbst renderndem HTML5-Design für alle Plattformen funktioniert.

Interessant waren die Tools, die sie sowohl client- als auch serverseitig benutzen. Als Erweiterung dazu wurde zum Testen und Debuggen von mobilen Apps selbst ein Toolkit namens mandible2 geschrieben. Dieses kann man bei Github finden.

Local Spotlight: King.com

King.com präsentierte wie sie innerhalb eines Jahres ihr Geschäftsmodell revolutioniert haben. Ehemals Anbieter von Flash-Games auf einer normalen Website, haben sie die performantesten Spiele-Mechaniken genommen und sie in einer Saga-Storyline verpackt in Facebook neu released.

„Ask Facebook“ Panel Session

Alle Speaker von Facebook kamen nochmals auf die Bühne und stellten sich den Fragen der Zuschauer. Überraschungen gab es dabei keine, die meisten Fragen waren Implementierungs-Details zum Open Graph.

HACK! 

Mit Bier und Pizza wurde den Grundbedürfnissen der Entwickler genüge getan und die ca. 10 anwesenden Facebook Engineers von Rang und Namen gaben sich die Ehre. Sie haben bei jedem noch so kleinen Problem sich die Mühe gemacht, sich in den Code der Entwickler reinzudenken oder den entsprechenden Profi zu holen.

Presentations & Awards

Eine vierköpfige Jury richtete über die Anwendungen, die während des Hacks entstanden sind. Hier führte sich weiter, was sich bereits in den Q&A abzeichnete: Die meisten Teams implementierten in ihre bestehenden Mobile-Apps den Open Graph oder einen Single Sign On. Zu gewinnen gab es ein Android-Telefon von Sony. Sieger gab es in den folgenden Kategorien:

  • Bestes Spiel
  • Beste soziale Erfahrung
  • Beste Nutzung des Open Graphs
  • Gesamtsieger

Fazit:

Generell scheinen HTML5-Apps für mobile in Facebook noch nicht komplett angekommen zu sein. Facebook sieht sie vor allem in der Ergänzung zu den bisherigen Facebook-Apps. Allerdings kann dies in 6 Monaten schon ganz anders aussehen, wenn die Browser mehr Features der Telefone unterstützen.

Native Apps auf den mobilen Plattformen werden nicht so schnell nicht aussterben, aber sollen unbedingt Single Sign on implementieren, um dem Nutzer eine möglichst reibungslose Erfahrung zu bieten.

Das Event an sich war super und hat genau an der richtigen Stelle angesetzt: Erfahrene Entwickler mit den neusten Informationen versorgen. Das Catering war wie immer auch spitze! ; )

Die gesammelten Präsentationen gibt es zum Download, allerdings nicht in der letztendlich gehaltenen Fassung.

Über den Autor:

Klaus Breyer ist Gründer und Geschäftsführer der buddybrand GmbH, und dort verantwortlich für die Produktion der Apps und Co. Als Agentur für Markenführung in Social Media kann buddybrand auf 2 Jahre Erfahrung in der Kreation und Umsetzung von digitalen Freundschaftsstrategien und -maßnahmen zurückgreifen. Internationale Kunden wie z.B. ŠKODA AUTO a.s. werden bei der Strategieentwicklung und Umsetzung von integrierten Social Media Kampagnen unterstützt.

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