Warum Facebook für Pages kein Geld nehmen wird



Facebook Pages und das liebe Geld

Am Freitag hat Thomas (einer der „Facebook Blogger“ neben uns) auf seinem Blog die Frage aufgeworfen ob Facebook von den Seitenbetreibern Geld verlangen sollte. Er argumentiert, dass hierdurch die Qualität der Fanpages steigern würde, da viele Scam und Fun-Pages nicht bereit wären diese Gebühr zu entrichten. Mit den Mehreinnahmen aus dieser Quelle sollte Facebook im Gegenzug klar definierte Leistungen wie etwa eine direkte Kommunikation zwischen Seitenbetreiber und Facebook realisieren.

Ich denke nicht, dass Facebook mittel- bis langfristig diesen Schritt gehen wird oder in gehen sollte.

Einer der Grundgedanken bei Facebook ist die Freiheit aller Nutzer. Nur äußerst selten tritt Facebook hier als Zensor auf der die Nutzung solange sie im gesetzlichen Rahmen bleibt einschränkt. Im Falle von SCAM und Betrugsfällen ist Facebook hier aber relativ schnell und schließt die betroffenen Seiten und Accounts. Mit einer Gebühr für den Betrieb oder die Erstellung einer Fanpage würde Facebook aber zu sehr in die Freiheit von großen wie kleinen Firmen, Vereinen und Initiative eingreifen, die Facebook zu Marketingzwecken nutzen.

Einer der wichtigsten Punkte in der Entwicklung von Facebook war immer die Skalierbarkeit. Neue Funktionen und Produkte wurden nur dann eingeführt, wenn Sie nicht übermäßig viel Personal und Ressourcen binden. Einer der Gründe warum die Übersetzung der Plattform zum Beispiel zum allergrößten Teil von Nutzern durchgeführt wurde und wird. Ein Abrechungssystem für Fanpages hingegen skaliert nicht. Ein solcher Schritt wäre nur global möglich, die Gebühr müsste in allen Ländern erhoben werden und überall gleich hoch sein. Es müsste also in jedem Land mindestens ein von Facebook akzeptiertes Zahlungsmittel angeboten werden. Für jedes Land müsste ein Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Ein riesiger Aufwand, der nicht skaliert.

Fun-Pages erscheinen auf den ersten Blick sinn und nutzlos. Keiner braucht sie und einige stören diese sogar. Aber sie gehören zum System Facebook. Mark Zuckerberg wollte und will auf Facebook das reale Leben abbilden. ein reales Leben in dem es auch die Graffitis, Toilettenspruch-Kritzeleien und Stammtisch Allgemeinplätze gibt, die Teil einer relativ freien Meinungsäußerung sind. Und der ein oder andere soll mit Brezel-Homepages schon ein kleines Vermögen gemacht haben.

Ein guter Vorschlag von Thomas ist es verifizierte Seiten einzuführen. Also solche, bei denen der Administrator sich gegenüber Facebook legitimieren muss. Eine Vorstufe hierzu gibt es ja bereits jetzt. Wer mit seiner Fanpage die 10.000 Fans Marke knackt wird von Facebook aufgefordert sich mittels Handyregistrierung zu verifizieren. In einer weiteren Stufe könnte und sollte Facebook wirklich über die Verifizierung und Kennzeichnung offizieller Seiten nachdenken. Aber auch hier besteht die Gefahr, dass diese Lösung nicht skaliert.

Die Kommunikation zwischen Facebook und den „normalen“ Seitenbetreibern ist wirklich nicht besonders gut. Die Kontaktmöglichkeiten zu Facebook sind wie wir schon beschrieben hatten manchmal etwas schwierig. Bei großen Projekten erleichtern allerdings direkte Ansprechpartner bei Facebook in Deutschland, Irland oder den USA die Arbeit sehr. Die vielen Umstellungen und Veränderungen auf der Plattform machen es manchmal auch mit direktem Kontakt schwer. Eine Zusicherung von Services und Funktionen wird Facebook selten geben, da die Plattform ständig im Umbau ist.

Eine Gebühr für Fanpages stände also sicher in keinem Verhältnis zum administrativen Aufwand und würde die Freiheit der gewerblichen wie nicht gewerblichen Nutzer zu sehr einschränken. Aber über dieses Thema lässt sich ja diskutieren.

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Es gibt 8 Kommentare

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  1. 1
    Telli

    Dann würden halt vermehrt Gruppen genutzt werden…oder andere Plattformen. Und für den Profit der Facebook-Betreiber geht eben Quantität über Qualität, deswegen werden sie eine Abwanderung vermeiden.

    PS: Etwas off topic, aber kann man eigentlich noch Gruppen übernehmen, die keine Admins haben? Scheint derzeit nicht zu funktionieren….

  2. 2
    Thomas Thaler

    Gerade die Skalierbarkeit ist bei einem so hoch standardisierten Produkt wie einer Fanpage perfekt. Nichts leichter als eine monatliche Gebühr – das Abrechnungsystem ist (siehe Facebook Advertising) bereits fix & fertig und im Echteinsatz jahrelang gestestet. Ich befürchte, FB wird schon relativ bald bei den größeren Seiten (>10k) beginnen und sich kontinuerlich nach unten hanteln *g*

  3. 4
    R. Böhme

    Ich würde auch eher sagen, das die Voraussetzungen für eine Gebühr vorhanden sind. Es würde mich nicht wirklich verwundern wenn jemand bei FB auf die Idee kommt einfach mal die Pages kostenpflichtig zu machen.

    Deswegen stecke ich momentan auch nicht zuuu viel Arbeit in meine Fanpages, eben immer mit dem Hintergedanken das die Seite morgen vielleicht „weg“ ist ;)

  4. 6
    Regina Deckart - marketingshop blog

    Umsetzbar wäre eine Gebühr für Facebook Pages sicher, das denke ich auch. Ich halte es aber für fraglich, ob Facebook das will – zum einen weil es wie beschrieben der Philosophie widersprechen würde, zum anderen aber auch, weil es Facebook eines seiner Alleinstellungsmerkmale im Wettbewerb mit den businessorientierten Netzwerken nehmen würde. Ein Facebook, das plötzlich nur noch kommerzielle Pages hat, weil andere sich die Gebühr nicht leisten möchten, würde seinen Charme des vermeintlich unkommerziellen endgültig verlieren. Die meisten Nutzer mögen Funpages auf denen sie eben nicht mit kommerziellen Angeboten konfrontiert werden. Sie über das Hintertürchen einer Gebühr verschwinden zu lassen würde Facebook mit Sicherheit Sympathien kosten…

  5. 7
    Michael Morris

    Facebook vergrault doch mit seinen laufenden Umstellungen ständig Seitenbetreiber. Facebook hat weltweit eine halbe Milliarde Nutzer, denen sind ein paar Millionen, die evtl. abwandern relativ egal.

    Nehmen wir einmal die Änderungen ab nächster Woche als Beispiel. Die Boxen fallen weg und die Seitenanzeige wird verkleinert. Aber gerade die Fanpages konnte man bisher durch die Boxen modular erweitern und sich von der Konkurrenz abheben. Ab nächster Woche werden Pages nicht viel anders als Gruppen sein, total beschnitten.

    Anderes Beispiel war die Wegnahme der Rechte des Seitenerstellers bzw. seinen Status als Seitenersteller (creator). Damit wurde eine große Sicherheitslücke geschaffen. Seiten, die 100k+ Mitglieder haben, haben in der Regel mehrere Admins. Jeder dieser Admins kann den ursprünglichen Seitenbetreiber als Admin löschen und die Seite einfach übernehmen. Das Argument, man solle dann halt seine Leute sorgfältiger aussuchen lasse ich hier nicht gelten. Jeder kann an einen Tag X, aufgrund einer Stretigkeit oder weil ihm die Sicherung durchbrennt, in einer Kurzschlussreaktion mal eben alle anderen Admins entfernen und die Seite gleich mit löschen.

    Bei wichtigen Änderungen hat FB NIE die Seitenbetreiber gefragt, geschweige denn die Masse der User. Die machen IMMER genau Kontra von dem was die User und Admins sich wünschen.

    Daher ist bei FB auch wirklich ALLES möglich, also auch die Einführung einer monatl. Gebühr für Pages.

  6. 8
    Andi Licious

    Aloha,

    wieso verifizierte Seiten einführen? Ab 10k Fans ist das doch längst pflicht! Und zwar wird das sogar persönlich von FB-Mitarbeitern geprüft… klar, „Spaß-Seiten“ gehen auch noch durch. Ich musste bei meinen Brand- und Company-Seiten jedoch auch ausführlich Daten hinterlegen… nicht einfach nur als „grobe Vorstufe“.

    Cheers, Andi

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