smapp! – last.fm für Facebook? (Interview)

smapp! – last.fm für Facebook? (Interview)


"Social Music Distribution", v.l.n.r: Philipp Wahler, Florian Seckinger, Mario Duelli, Alexander Neher, David Volkmann, Prof. Zydorek, Johannes Klinger

Mit nicht weniger als dem Versprechen einer „Social Music App“ launchte eine studentische Projektgruppe vor einer Woche die Facebook-basierte, kostenlose Musikanwendung „smapp!“. Wir hatten die Möglichkeit zwei der Projektmitglieder unmittelbar nach dem Start der Anwendung zu befragen.

Hallo ihr zwei, könnt ihr euch kurz vorstellen und kurz erläutern was „smapp!“ überhaupt ist?
Wir sind David Volkmann und Mario Duelli, beide „OnlineMedien“-Studenten im 5. Semester an der Hochschule Furtwangen University und Teil der Projektgruppe „Social Music Distribution“.  „smapp!“ steht für social music application und ist eine Musikanwendung, mit der du deine Musik kostenlos und direkt auf Facebook hören, in Listen sortieren und mit deinen Freunden teilen kannst. Du kannst ihnen zeigen, was du so hörst und dich beim Anhören der Listen deiner Freunde von ihrem Musikgeschmack inspirieren lassen.

Klingt interessant. Mit wie vielen Leuten habt ihr an „smapp!“ entwickelt?
Unser Team besteht aus sechs Studenten und wurde von Prof. Dr. Christoph Zydorek betreut. Das heißt nun aber nicht, dass auch alle sechs Studenten an der eigentlichen Programmierung beteiligt waren. Durch die vorgegebene Zusammenstellung der Projektgruppen waren die eingebrachten Skills durchaus unterschiedlich. Es wäre im Nachhinein z.B. nicht schlecht gewesen, wenn wir mehr Programmierer im Team gehabt hätten. Wir hatten auf der anderen Seite aber das Glück, dass wir die wichtigen Kernbereiche Konzeption, Design, Programmierung und Marketing mit wirklich fähigen Leuten abdecken konnten.

Was hat euch bewegt, gerade auf Facebook als Plattform zu setzen?
Wir haben zum Start des Projekts natürlich zunächst den Markt der „Social Networks“ analysiert, um zu entscheiden, welche Plattform am ehesten für unser Vorhaben in Frage kommt. Wichtig waren uns dabei eine möglichst offene Programmierschnittstelle (API), eine große Reichweite und ein hohes soziales Interaktionspotential. Schnell wurde dabei klar, dass keine andere Plattform uns eine ähnlich entwicklerfreundliche API, einen derart schnell wachsenden Nutzerstamm und so viele soziale Features bieten kann wie Facebook.

Ich hab mir die Anwendung auch mal angeschaut. Ich kann Playlisten anlegen und anhören, ich kann sie mit Freunden teilen und kommentieren, was hebt euch von anderen Musikportalen wie etwa „last.fm“ ab?
„last.fm“ ist ja bekanntermaßen eher ein Webradio mit starker Konzentration auf Empfehlungen und angeschlossener eigener Community. Es ist dort mittlerweile auch nicht mehr möglich Musik „on demand“ zu hören. Wir gehen da einen anderen Weg: Anstatt die hundertste Community aufzumachen, schließen wir uns dem größten sozialen Netzwerk der Welt an und bieten unseren Nutzern an, kostenlos Musik on demand zu hören, wo auch immer sie sich gerade aufhalten. Alles, was sie dafür tun müssen, ist, sich auf Facebook einzuloggen und unsere Anwendung aufzurufen.

Bisher sehe ich weder Werbung noch Abo-Systeme. Und Monetarisierung auf Facebook ist auch immer eine schwierige Sache. Habt ihr da schon ein Konzept oder Ideen?
Unsere Strategie ist es, mit unserer kostenlosen Anwendung und ihren Features, die den Facebook-Usern einen echten Mehrwert bieten, möglichst viele Nutzer zu gewinnen. Dadurch möchten wir uns für Kooperationspartner aus der Musikindustrie interessant machen, die es lange Zeit verschlafen hat, ein eigenes Konzept zum Vertrieb digitaler Musik zu entwickeln und zu etablieren. Wir haben ein innovatives und von Experten der „Popakademie Baden-Württemberg“ als erfolgsversprechend eingestuftes Konzept zur Monetarisierung entwickelt. Wir würden uns daher freuen, ernsthaften Interessenten unser Konzept präsentieren zu können und mit ihnen über eine mögliche Kooperation zu sprechen.

Das klingt alles sehr spannend. Kommen wir zur letzten Frage: Wo seht ihr „smapp!“ in zwei Jahren?
Als Facebook-Anwendung hängt das natürlich auch immer von der Entwicklung von Facebook selbst ab und zwei Jahre sind im Internet einfach auch eine extrem lange Zeit. Wir sehen aber die realistische Chance, „smapp!“ mit einem engagierten Partner im Rücken in zwei Jahren zu einer der erfolgreichsten Facebook-Musikanwendungen im deutschsprachigen Raum zu machen.

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Es gibt 5 Kommentare

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  1. 2
    Johannes Klinger

    Ich kann dem Artikel grundsätzlich zustimmen, mit den meisten der angesprochenen Nachteilen waren wir im Verlauf der Entwicklung konfrontiert.
    Vor allem die technische Abhängigkeit zur Schnittstelle von Facebook macht die Entwicklung ab und an extrem frustrierend, ohne, dass man sich darauf verlassen kann, dass irgendetwas am Ende so funktionieren wird wie von Facebook dokumentiert. Der Bookmark Button für Facebook Apps ist zum Beispiel seit Monaten verschwunden.
    Allerdings; zum einen nimmt smapp! eine andere Stellung als bspw. ILike ein, alleine dadurch, dass wir vorrangig ein Hochschuleprojekt sind, in dem natürlich der Wissenserwerb im Vordergrund steht, persönlich würde ich kein Projekt alleine auf Facebook aufbauen, zum anderen denke ich, dass die Abhängigkeit durch den teilweisen Transport der Facebook Funktionalität auf „normale“ Websites mittels Facebook Connect für viele Websites/Anwendungen abnehmen wird.

  2. 4
    Simon

    @pele also smapp! ist jetzt dann ein jahr alt und wird noch von der HFU weitergeführt und regelmäßig genutzt. Bitte nicht immer alle HFU Projekte über einen Kamm Scheren!

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