Frauen in die Chefetagen! – Sheryl Sandbergs „Lean in“

Frauen in die Chefetagen! – Sheryl Sandbergs „Lean in“


– Gastbeitrag von Nicoletta Hirsch –

lean-in-cover-cropWeshalb erreichen so wenige Frauen die Unternehmensspitzen? Wie können Frauen den beruflichen Aufstieg schaffen? Warum ist das so wichtig? Das sind die zentralen Fragen, um die es Sheryl Sandberg in ihrem 2013 erschienenem Bestseller „Lean in. Women, work and the will to lead“ geht.

3 Hauptthesen

Sandberg, selbst Geschäftsführerin von Facebook und zuvor Top-Managerin bei Google, verkündet in Lean in eine klare Botschaft: Frauen, hängt Euch richtig in Eure Karriere rein! Denn, so die Kernaussage des Buches, wenn wir es schaffen, mehr weibliche Führungskräfte in die Chefetagen zu bekommen, wird dies zu einer gerechteren beruflichen Behandlung aller Frauen führen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Frauen erkennen, welche Barrieren sie sich im Beruf selbst in den Weg legen und legen lassen, und welche Faktoren dafür sorgen, dass so viele Frauen viel zu früh die Flinte ins Korn werfen.
Laut Sandberg gibt es für dieses frühe Karriere-Aus drei entscheidende Gründe:

  1. Es sorgen geschlechtsspezifische Rollenbilder dafür, dass erfolgreiche Männer als sympathisch wahrgenommen werden. Auf gleichermaßen ehrgeizige und erfolgreiche Frauen reagiert die Gesellschaft hingegen hingegen mit Antipathie. Ambitionierte Frauen gelten als berechnend, unsympathisch und kalt.
  2. Frauen sind beständig kritischen Nachfragen hinsichtlich der Familienplanung ausgesetzt. Häufig unterstellt die Umwelt von vorneherein nicht nur einen Kinderwunsch, sondern erwartet auch einen zwangsläufigen Karriereverzicht einer potentiellen Mutter. Der soziale Druck, der auf diese Art aufgebaut wird, hält Frauen oft schon von Karrierebestrebungen ab, bevor überhaupt ein konkreter Kinderwunsch vorliegt.
  3. Sobald Frauen tatsächlich Kinder bekommen, können sie es als „berufstätige Mutter“ niemandem mehr recht machen. In der öffentlichen Wahrnehmung dominiert nicht umsonst das Klischee der gestressten und schuldgeplagten berufstätigen Mutter. Dieses gesellschaftlich vorherrschende Rollenbild schließt aus, dass Frauen beruflich erfolgreich und gleichzeitig gute Mütter sein können.

Warum sich Frauen selbst ausbremsen

Sandberg führt zahlreiche Studien und Statistiken an, um zu zeigen, warum Frauen sich in Sachen Karriere häufig selbst im Weg stehen. Denn nicht nur Männer, auch Frauen selbst verinnerlichen frauenfeindliche gesellschaftliche Konventionen, was dazu führt, dass sie in vielen Dingen karriereschädliche Entscheidungen treffen. Die Angst, Risiken einzugehen und die Angst nicht gemocht zu werden, tragen beispielsweise dazu bei, dass Frauen sich bei verantwortungsvollen Stellen und beruflichen Herausforderungen eher zurückhalten.
Die stärkere Neigung zu Selbstzweifeln sowie die negative Bewertung beruflichen Erfolgs bei Frauen tun ihr Übriges.

Pragmatische Auswege für eine neue Lead-Generation

Sheryls Message, dass Frauen sich richtig in ihre Karriere reinhängen sollen, untermauert sie mit zahlreichen konkreten Handlungsempfehlungen. Dabei geht sie grundsätzlich den Weg der Anpassung: Solange es noch nötig sein wird, rät Sandberg, sollten Frauen kompromissbereit sein und die gesellschaftlichen Klischees nicht ignorieren, sondern für sich zu nutzen wissen.

Dabei gibt Sandberg durchaus streitbare Anregungen, denn ihr ist es wichtiger, Frauen tatsächlich in Führungspositionen zu befördern, als mit feministischen Prinzipien in der Praxis zu scheitern. Da ehrgeizige Frauen selten gemocht werden, haben sie es auch beim beruflichen Aufstieg schwerer. Deshalb empfiehlt Sheryl den Geschlechtsgenossinnen nicht nur, risikofreudiger und beharrlicher zu werden. Um zugleich auch mehr Sympathiepunkte zu gewinnen, rät die Autorin darüber hinaus, weiblich besetzte Eigenschaften wie Fürsorge, Hilfsbereitschaft und Interesse am Gemeinwohl strategisch für die eigenen beruflichen Ziele einzusetzen.

Schließlich fordert Sandberg Frauen auch dazu auf, endlich mutiger zu sein und Gelegenheiten stets beim Schopfe zu packen, auch wenn das Mut erfordert.

Frauen sollen ihre Ängste überwinden: „Finde heraus, was Du tun würdest, wenn Du keine Angst hättest. – Und dann tu’s!“

Fazit:

Feminismus ist kein Buh-Wort mehr, dass man nur hinter vorgehaltener Hand benutzen kann. Feministin oder Feminist zu sein bedeutet im Kern nicht mehr und nicht weniger, als für gleiche Chancen aller einzustehen, unabhängig vom Geschlecht. Deshalb ist dieses Buch bei weitem nicht nur für Frauen lesenswert. Lean in ist für alle interessant, die sich berufliche oder persönliche Ziele gesteckt haben.
Sandberg schlägt in ihrem Bestseller einen sehr pragmatischen und wenig idealistischen Weg vor, um Frauen die gleichen Chancen wie Männer zu ermöglichen. Und ja, dieser Weg lässt sich auf die überkommenen Strukturen ein, anstatt sie rigoros abzureißen. Dafür wurde sie auch zu Recht kritisiert. Aber immerhin, es ist ein möglicher Weg, und er könnte zum erstrebenswerten Ziel führen, eine neue, geschlechtsunabhängige Führungsgeneration zu etablieren.

Über die Autorin:
NicolettaNicoletta Hirsch ist „Contentista“ – Texterin und Autorin in Berlin. Die Freiberuflerin schreibt vorwiegend für das Web, und sie unterstützt Selbständige und Kleinunternehmen in Sachen Content und Social Web. In ihrem Blog schreibt sie über Content Strategien und erfolgreiches Texten im Web. Auf Twitter teilt sie am liebsten hilfreiche, lesenswerte Artikel aus dem Bereich Content Marketing und Social Media.

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