Fan-Gate: Wie groß muss der Mehrwert sein?

 

Otto Fangate

Otto Fangate

Ein Fan-Gate erlaubt es einer Facebook Page Inhalte für Fans der entsprechenden Seite exklusiv zur Verfügung zu stellen. Das heißt, ein Besucher der nicht Fan einer Seite ist bekommt beim Besuch der Seite einen anderen Inhalt angezeigt als ein Fan. Wie man ein solches Fan-Gate installiert haben wir bereits letzte Woche gezeigt und werden wir in Kürze auch noch einmal in einer optimierten Version hier im Blog vorstellen.

Solche Fan-Gates sind heute aus dem Facebook Marketing nicht mehr wegzudenken, da sie die einfachste Möglichkeit darstellen im Rahmen einer Kampagne neue Fans zu generieren. “Werde Fan und du bist Teil einer exklusiven Gruppe, die mehr Möglichkeiten hat, als die Nutzer außerhalb der Gruppe!” Ein Prinzip, dass immer funktioniert.

Aus Anbietersicht ist damit alles ganz einfach. Irgendeinen Content nehmen, hinter einem Fan-Gate verstecken und auf Fans warten. Beliebter Content: Gewinnspiele und Videos. Aber auch kreative Ideen gibt es: So konnte man bei der NewYorker unlängst einen ausgewählten Artikel aus dem kostenpflichtigen Print-Magazin nur als Fan kostenlos online lesen.

Auf der anderen Seite steht aber der potentielle Fan mit seinen Erwartungen: Individuelle Fanpage, regelmäßige Updates, Vorstellung von Produktneuheiten und Wettbewerben. Werden diese Erwartungen nicht erfüllt, wird der neue Fan das Unternehmen und die Marke nicht so gut Erinnerung behalten, wie manch andere Seite.

Besonders kritisch sind also Inhalte, die man schon bei anderen Fanpages in ähnlicher Weise gesehen hat oder die  an anderen Stellen im Netz frei und ohne Fan-Gate zugänglich sind. Ein bei YouTube hochgeladenes Video, kann also niemals exklusiver Content sein, da es ja auch bei YouTube zu sehen ist. Das gleiche gilt für Fotos. Auch ein einfaches “Danke, dass du nun Fans bist!” wird vielen Nutzern nicht genügen. Der Mehrwert sollte bereits vor dem “erzwungen Like-Klick” klar definiert sein, sonst ist die Enttäuschung der Nutzer um so größer. Wenn man keinen echten Mehrwert anbieten kann, sollte man von der Implementierung eines Fan-Gates also lieber Abstand nehmen.

Enttäuschung gibt es aber auch beim Fanpage Betreiber, wenn er den falschen Content zur Fangewinnung anbietet. Hier kommt noch einmal unser Mythos Nummer 2 zum Zuge: Natürlich ist ein iPad Gewinnspiel ein Garant für viele neue Fans und Nutzerdaten. Nur ob mit diesem Gewinn die richtigen Nutzer angezogen werden bliebt zu bezweifeln. Nicht jeder iPad-Fan ist gleichzeitig auch an Trauringen oder den Diensten von Easy Auto Service interessiert. Hier sammelt man sich also ganz schnell Fans ein, die gar nicht in die definierte Zielgruppe und Strategie eines Fanpage Auftrittes passen.

Was denkt ihr: Kann man den Mehrwert, der sich sinnvollerweise hinter einem Fangate versteckt irgendwie quantifizieren? Kennt ihr besonders gute / schöne Fangates?

Über den Autor:

Phlow-Autor Jens Wiese

Jens Wiese: Jens hat Online Medien (B.Sc.) und Digitale Medien (M.Sc.) an der Hochschule Furtwangen studiert. Jens berät als Freelancer große internationale Unternehmen, die auf Facebook aktiv sind, entwickelt neue Applikationen, organisiert Workshops und entwirft individuell passende Strategien. Zudem ist er als Lehrbeautragter tätig. Mehr...

Kommentare

7 Antworten zu “Fan-Gate: Wie groß muss der Mehrwert sein?”

  1. Peter says:

    Wie passt denn das Stadtwerke-Beispiel (VVS) zum Argument? Oder ist deren Ipad-Kampagne einfach nur schon vorbei?

  2. Jens Wiese says:

    Ups, ja die Kampagne scheint vorbei zu sein. Aber Beispiele finden sich da ja genug.

  3. Ellis says:

    Ohne jetzt spontan ein besonders positives Beispiel nennen zu können… Mittlerweile fällt doch schon alles positiv auf, was eben NICHT mit einem iPad zusammenhängt…

  4. exali (via facebook) says:

    Wenn wirkliche Mehrwerte geboten werden, dann folgt das doch einem serviceorientierten Gedanken, sie allen zur Verfügung zu stellen, oder…?! Zumindest vielen Dank für den Artikel von Jens Wiese – wie immer sehr informativ und defintiv mit Mehrwert! ;)

  5. Alex says:

    …abgesehen sollte man der Agentur die Trauring gemacht hat vielleicht mal kurz erklären wie man die Scrollleisten entfernt..

  6. Andreas Teufel (via facebook) says:

    es ist ja auch für jeden zugänglich. nur eben über einen zusätzlichen button klick. es wäre etwas anderes wenn man sich registrieren müsste usw. – aber nur durchs simple “liken” zu mehrwert kommen find ich eine schöne lösung für anbieter und kunde. immerhin führt das ganze dann zu einer engeren bindung, dann kann der kunde auch auf der wall kommentieren und und und…

  7. Peter says:

    @Andreas Teufel
    >> nur eben über einen zusätzlichen button klick
    Finde ich ziemlich naiv formuliert. Dieser einfache Button Klick ist nunmal die Währung Facebooks und durchaus mit einer Entscheidung verbunden:
    1. Man zeigt allen seinen “Freunden” seine Verbundenheit.
    2. Man kann mit Informationen versorgt/erschlagen werden.
    Man sollte sich als Marke schon fragen, ob es dem Kunden das wert sein wird.

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