Die Facebook Marketing Conference gestern Abend hat uns nach den Neuerungen des Mittags kaum noch neue Informationen gebracht. Größtenteils ging es um bereits bekannte Funktionen und Erfolgsstories, die wie bereits an anderer Stelle gehört haben.

Elektrisiert war ich dann aber an einer Stelle der Produktneuvorstellung.Das Thema:

Facebook Ads. Reach Generator. Premium on Facebook. – Vorgestellt von Mike Hoefflinger, Director of Global Business Marketing of Facebook

Ein Gedächtnisprotokoll:

Facebook Posts von Pages werden von etwa 16% der Fans wahrgenommen. [...] Nun ist es möglich durch das Schalten von Media einen viel größeren Teil der Fans zu erreichen. Wenn ihr spannende Inhalte habt, könnt ihr mit den neuen Story Ads nun 50, 70, im Falle von Ben und Jerrys sogar 98% der Fans erreichen.

Realisiert wird dies alles durch den neuen “Reach Generator” und “Premium on Facebook”. Die eigene Page wird zu einer Art “Mission Control” für das eigene Unternehmen und die neuen Anzeigen repräsentieren die “Stories”.

Aber Moment! Einen Schritt zurück: Facebook Filter und der Umstand, dass nicht immer alle Nutzer online sind sorgen dafür, dass nur 16% der Fans meine Nachrichten überhaupt erhalten. Um die übrigen 84 Prozent zu erreichen soll ich als (großer) Seitenbetreiber Geld ausgeben.  Hier pochen dann allerdings zwei Herzen in uns, zum Einen: “Saucool! Neue Anzeigen, mehr Menschen erreichen und die Page als Zentrale = Perfekt!”. Zum Anderen aber auch “Bitte? Ist die Sichtbarkeit nicht eine Grundvorraussetzung einer Seite die einfach so mitgeliefert werden sollte?!?”.

Der Umstand ist vor allem einem geschuldet: Die pure Anzahl der Daten auf Facebook nimmt nicht stetig zu, sonder exponential.  Der neue OpenGraph und das frictionless Sharing sind hier nur ein Faktor. Schon lange beten wir euch den EdgeRank vor und erzählen euch warum es einfach total sinnlos ist Fans zu kaufen. Als zentrales Element dient der Edgerank in Kombination mit dem relativ neuen GraphRank. Diese beiden Filter bestimmen was wo und wie beim Nutzer ankommt.

Mit den Filtern wird versucht den Nutzer glücklich zu machen und ihn nicht mit Informationen zu überladen, schließlich kommen nur 16% der Inhalte beim Nutzer an. Unabhängig davon ob der Absender ein Nutzer oder ein Unternehmen ist. Die Filter sind aber auch eine Datenschraube für Facebook mit der Werbeumsätze in Zukunft noch sträker angekurbelt werden können. Wir sollten nicht so naiv sein zu denken, dass Facebook doch bitte kostenlos die Filter abschwächen soll, oder uns als Unternehmen ein kostenlose Möglichkeit geben sollte alle Fans zu erreichen. Denn neu ist das Thema der Reichweite nicht, schon ewig kommen nicht alle Inhalte beim Nutzer an.

Das die effektiven Story-Ads nur für Unternehmen mit Facebook Sales Kontakt zur Verfügung stehen verstärkt das Ungleichgewicht zwischen Facebook und kleinen Unternehmen. Da helfen auch keine 50 Euro Werbegutscheine von Sheryl Sandberg. Für den Sales Kontakt braucht es immerhin regelmäßige fünfstelligen Werbeumsatz bei Facebook. In gewisser Weise ist dies natürlich eine Schritt zu einer sehr alten Maxime der traditionellen Medien und Werbung im Allgemeinen: Wir haben die Reichweite, wenn du sie willst musst du dafür zahlen.

  • Ist das die Kehrseite eines multimilliarden Doller Börsengangs von Facebook und des nahezu unbegrenzten Wachstum?
  • Ist eine Page in Zukunft nur noch der kleine Finger von Facebook? Quasi die Karotte mit der Unternehmen angelockt werden?
  • Aber sollten wir nicht zufrieden sein mit den Pages? Schließlich erhalten wir damit ein komplett kostenloses Tool das extrem mächtig und sehr cool ist…

 


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