Facebook HTTPS oder “Das Jahr der Shops”

Facebook HTTPS oder “Das Jahr der Shops”


Im Rahmen des Safer Internet Day am morgigen Freitag hat Facebook eine neue Sicherheitsoption für die Plattform vorgestellt. Nutzer können nun in ihren Privacy-Einstellungen die vollständige Verschlüsselung der Browser-Server Kommunikation aktivieren. Dies geschieht mittels HTTPS, einem Verfahren, das viele Nutzer bereits vom Online Banking kennen. Bisher wurde HTTPS bei Facebook nur während des Anmeldeprozesses für die Übertragung von Nutzername und Passwort eingesetzt. Alles Statusmeldungen, Chat-Nachrichten und sonstige Facebook Inhalte wurden hingegen unverschlüsselt über das Netz übertragen.
Entscheidet sich ein Nutzer für den sicheren verschlüsselten Datenverkehr muss er – und das ist der einzige Haken an der Geschichte – mit Geschwindigkeitseinbußen rechnen. Denn die Datenpakete müssen vor der Übertragung bei Facebook verschlüsselt und beim Nutzer wieder entschlüsselt werden. Im normalen Anwendungsfall sollte dieser Vorgang aber kaum merkbar sein.
Ein weitere Nachteil ist noch, dass Inhalte die als Canvas App von externen Anbietern zur Verfügung gestellt werden, entweder gar nicht laden oder vom Browser mit einer “Achtung diese Quelle ist unsicher”-Warnung versehen werden. Und hier kommen wir auch zum spannenden Teil des Artikels. Denn externe Anbieter haben mehr als nur Social-Games im Angebot. Auch Content Management Systeme und Shopsysteme können in Facebook integriert werden und können vom OpenGraph der Plattform profitieren.
Im vergangen Jahr hatte sich bereits Fahrrad.de mit einem solchen Online Shop auf Facebook getraut. Anfang diesen Jahres zogen unter anderem Dove und Kahla auf dem deutschen Markt nach. Obwohl diese Anbieter teilweise mit dem Trusted E-Shop Zertifikat aufwarten können, dürfte die Skepsis der Nutzer noch sehr groß sein. Die Eingabe von Bank- oder gar Kreditkartendaten in einem sozialen Netzwerk, welches regelmäßig durch Datenschutzprobleme auf sich aufmerksam macht erscheint unsicher. Mit HTTPS und der verschlüsselten Datenübertragung aber wird Facebook hier das Vertrauen zurück gewinnen, dass den Nutzern in der Vergangenheit gefehlt hat.
Die neueste Entwicklung von In-Facebook Shopsystemen und Datenschutz dürfte dem F-Commerce in 2011 die Türen öffnen, die in 2010 nicht einmal sichtbar waren. Die Generierung von Umsätzen in Facebook oder aus Facebook heraus – ein Trick den im vergangen Jahr scheinbar nur die Bahn beherrschte – wird also möglich.
Anbieter von Shop-Systemen wie ShopShare oder Amazon wird dies freuen. Noch. Denn, wenn wir einen Schritt weiter denken und die Facebook Strategie auf dem Social-Games Sektor betrachten kann man bereits erahnen, was hier passieren könnte. Facebook verlangt heute von Gewerbetreibenden für den Betrieb einer Page keinen Cent. Aber sobald hier nennenswerte Umsätze erzielt werden, kann Facebook auch hier die Facebook Credits verpflichtend vorschreiben. Nicht unbedingt als einziges Zahlungsmittel, aber doch immerhin als notwendige Option. Die neue Buy-with-friends Funktion (facebookbiz berichtete) zeigt zumindest, dass Facebook dieser schon bewusst ist.
Was ist eure Meinung als Vermarkter aber auch als Nutzer: Wird 2011 das Jahr der Facebook Shops und des f-Commerce?
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Es gibt 21 Kommentare

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  1. 1
    Roland

    Der Trend geht doch ganz klar in diese Richtung. Nachdem die genannten Hindernisse in Sachen Datenmisstrauen überwunden sind, liegt es nahe, dass viele User nicht nur Kommunikation, sondern auch Konsum auf dieser Plattform suchen. Es wird noch etwas dauern, wenn man sieht, wie lange der Weg von der Anküdigung bis zur generellen Umsetzung für die Mail Funktionen ist.

  2. 4
    Sönke Prestin

    In Anbetracht der bisherigen Erfahrungen, dass Social Commerce durchaus Zeit benötigt um richtig erfolgreich zu sein, vermute ich den Durchbruch erst für 2012. Es wäre aber schön, wenn es deutlich schneller gehen würde.

  3. 15
    Henry Kline

    Ich hoffe, das sich das sich das Thema nicht durchsetzt. Ich möchte als Unternehmer nicht meine Existenz an ein amerikanisches Unternehmen koppeln, welches andelt, wie die Sonne scheint. Auch bei Onlineshops ist ein gewisses Maß Strategie unumgänglich. Kaum ein Händler wird es sich leisten wollen, aller paar Wochen den Shop anzupassen oder auf fbs Änderungen zu reagieren. Das “Appetizern” der fbler in den Tabs jedoch finde ich durchaus akzeptabel.

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