Diaspora ist (k)eine Facebook Alternative

Diaspora ist (k)eine Facebook Alternative


Seit letzter Woche ist der Quelltext für die Facebook Alternative Diaspora als OpenSource verfügbar. Nach einiger Geheimniskrämerei der Entwickler waren die Erwartungen an die erste Pre-Alpha Version auch bei uns ziemlich hoch. Deshalb haben wir uns einmal den aktuellen Stand für euch angeschaut. Update: Weil es auf Facebook zu einigen Diskussionen kam noch einmal kurz zur Erklärung: Die getestet Pre-Alpha Version ist noch weit vom endgültigen Produkt entfernt.

Bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung haben unsere Kollegen von der t3n sowie das openspora Team eigene Instanzen der Ruby Installation zum Test aufgesetzt. Leider waren beide Server der großen Last der Interessenten nicht gewachsen, so dass in den ersten zwei Tagen kaum mehr als ein Login möglich waren. Die shat sich in der Zwischenzeit zum Glück geändert und beide Server (diaspora.t3n-magazin.de und openspora.com) stehen zur Verfügung.

Die Ernüchterung folgt bei Diaspora aber leider schon kurz nach der ersten Anmeldung. Diaspora bietet, wie aus Facebook und Twitter bekannt, ein Statusupdate Feld und darunter einen Newsstream. Zudem lassen sich Fotos hochladen und de Kontakte in Listen, so genannte „Aspects“ sortieren. Das wars. Von einem Funktionsumfang wie aus Facebook bekannt ist die aktuelle Version noch Lichtjahre entfernt.

t3N (links) und openspora Server in direkter Kommunikation

t3N (links) und openspora Server in direkter Kommunikation

Aber kommen wir zum Diaspora USP. Diaspora verspricht durch eine dezentrale Vernetzung der Nutzer eine bessere Kontrolle der eigenen Daten und die Möglichkeit sich vor einem großen, alles kontrollierenden SocialNetwork Anbieter zu schützen. Hierzu ist es im Prinzip jedem möglich einen eigenen Diaspora Server aufzusetzen. Nutzer können in der Theorie jederzeit den Serveranbieter wechseln. Die Server wiederum sind untereinander vernetzt und Statusmitteilungen und Bilder können ungehindert zwischen diesen ausgetauscht werden. Bei den zwei von uns verwendeten Servern funktioniert diese Kommunikation sehr gut. Eine bei Openspora eingegebene Statusnachricht erscheint beim befreundeten Nutzer auf dem t3n Server nur Sekundenbruchteile später, gleiches gilt für hochgeladene Fotos.

Leider erlaubt der eingeschränkte Funktionsumfang keine weiteren Tests. Es ist einfach nichts da, was man noch testen könnte. Für die Alpha-Version im nächsten Monat arbeitet das Team nun an der Data Portability, Internationalisierung und man glaubt es kaum, an der Facebook Integration. Besonders dieser Punkt wird spannend zu beobachten. Wir hoffen hier vornehmlich auf die Möglichkeit die eigenen Facebook Freunde auf diaspora einladen zu können, da eine Einladungsfunktion gleich welcher Art bisher vollkommen fehlt.

Gerne möchten wir euch einladen, mit uns zusammen weiter die Diaspora Welt zu erkunden. Der Autor ist unter jenswiese@openspora.com beziehungsweise jenswiese@diaspora.t3n-magazin.de auf den beiden Testservern anzutreffen. Habt ihr schon mal in die Pre-Alpha Version reingeschaut. Wie findet ihr Diaspora und was fehlt noch zum „Facebook Killer“?

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Es gibt 7 Kommentare

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  1. 1
    Markus

    Ich würde von der frühen Developer-Version noch nicht auf das „Endprodukt“ schließen ;) Aber schon der nötige Ruby-Server zum Selbsthosten ist echt eine Zumutung… Mal schauen, was da weiterhin passiert. Ein „echtes“ P2P-Netzwerk wäre schöner gewesen.

  2. 4
    matt

    Selbst hosten heißt ja nicht, dass sich jeder seinen eigenes Hosting leisten muss. Stattdessen ist das damit einfach ein Service wie E-Mail. Man hat seinen Account beim ISP oder bekommt ihn bei einem Anbieter wie Google, GMX etc.

  3. 5
    Holger A

    Das _Facebook_maraketing skeptisch ist kann man ja schon irgendwie nachvollziehen ;)
    Warten wir mal ab, was da noch kommt. Lieber etwas mehr Zeit investieren und dafür einen stabilen, sauberen und zukunftssicheren Kernel freigeben.
    Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass es bei Diaspora nicht nur um die reine Implementierung des Servers geht – die API und Protokoll(e) machen das Ding erst richtig interessant. Weitere Umsetzungen ohne Ruby in VBA sind dann bestimmt auch möglich.

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