Auf ein Wort – Interview mit TLGG

Auf ein Wort – Interview mit TLGG


Heute dürfen wir euch unser neues Beitragsformat, das Interview, vorstellen. Und zu dieser kleinen Premiere haben wir die TLGG GmbH aus Berlin gebeten uns Rede und Antwort zu stehen. Hauptthema: Social Media Marketing und der Einsatz von Facebook in diesem Kontext.

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Stellt euch doch erst mal vor. Wer seid ihr, was macht ihr?

Wir sind Christoph Bornschein, Fränzi Kühne und Boontham Temaismithi – Gründer der Torben, Lucie und die gelbe Gefahr GmbH.

Mit TLGG beraten wir Marken, aber auch andere, zumeist Werbe- und PR-Agenturen, darin, wie Marken modern innerhalb sozialer Netzwerke und Strukturen kommunizieren können und sollten. Oftmals ist es so, dass unsere Kunden sehr wohl wissen, dass sie im Bereich Social Media etwas tun sollten, aber es herrscht noch immer vielfach große Unsicherheit darüber, wie man in diesen Kanälen mit den Kunden in Beziehung treten kann und welche Folgen das insbesondere auch ganz grundsätzlich für Unternehmenskommunikation und –marketing hat.

Ihr schreibt auf eurer Webseite: TLGG sind die erste und innovativste Social Media Agentur Deutschlands. Definiert doch mal, was ist Social Media für euch?

Lassen wir vielleicht als erstes Mal dieses Buzzword, unter dem sich gerade so ziemlich alles, das mit dem Internet zu tun hat, beiseite. In unserer Arbeit geht es im Wesentlichen um dialogisches Marketing. Ziel unserer Projekte ist es, für Kunden Kanäle und Geschichten zu kreieren, die es ermöglichen, in einen Dialog mit den Kunden zu treten. Das heißt insbesondere, dass wir unseren Kunden oftmals erst erklären, was es denn insgesamt bedeutet, dem Kunden zuzuhören und mit Dialog auf Augenhöhe umzugehen. Was hier so einfach klingt, ist es in der Praxis gar nicht, da in Marketingabteilungen in der Regel eine Philosophie von Broadcasting-Kommunikation vorherrscht und innerhalb dieser eine Reaktion des Empfängers (Kunde) schlicht nicht vorgesehen ist.

Man könnte die Situation, wie sie jetzt ist: Kunden können auf Augenhöhe mit Marken kommunizieren und dabei auch ähnliche Reichweiten erzielen, wie die Marke selbst, schon als Revolution der Werbung betrachten. Aber zurück zur Frage – Social Media ist für uns die Rückkehr zu einer absolut authentischen und kundenzentrierten Markenkommunikation, die endlich (wieder) akzeptiert, dass Kunden in der Lage sind, halbgare Markenbotschaften nicht nur zu durchschauen, sondern im Zweifel auch sehr öffentlich zu entlarven. Was passiert, wenn man die „neue Macht“ der Konsumenten unterschätzt zeigen die aktuellen Fälle von JAKO und Jack Wolfskin ziemlich deutlich.

Und welche Rolle seht ihr dabei für Facebook?

Zu Facebook muss man sicherlich sagen, dass es oftmals elementarer Bestandteil von Kampagnen ist und auch weiterhin sein wird. Es ist auch so, dass vieles von dem, was mit Facebook noch möglich wäre im Augenblick noch nicht gemacht wird. Das Potential des bisher einzigen weltumspannenden Social Networks halten wir für noch lange nicht ausgeschöpft.

Allerdings sollte man nicht vergessen, dass es innerhalb der Gesamtkommunikation für einen Kunden nicht ausreicht, etwas auf Facebook zu machen, da es letztlich in der Realität dann eben doch nur einen bestimmten Teil der Konsumenten vieler Kunden von uns abdeckt. Facebook ist im Bereich Social Media wichtig und wird sicherlich innerhalb kürzester Zeit noch bedeutender werden, aber es bleibt eben nur ein, wenn auch wichtiger, Bestandteil im gesamten Mix unserer Kampagnen.

Zu euren Kunden gehören unter anderem Motor.fm, Levis und Germania. Da scheint ihr ja sehr breit aufgestellt. Wie schafft ihr es für die unterschiedlichen Kommunikationsziele die richtigen Konzepte zu finden?

Letztlich geht es immer um den Bedarf des jeweiligen Kunden. Es kommen auch Unternehmen zu uns, die formulieren sehr klar, dass es ihnen um eine Social Media Strategie geht; bei genauerem Hinsehen stellen wir aber hin und wieder sehr schnell fest, dass es lediglich das Buzzword ist, welches zu dieser Entscheidung geführt hat und die eigentliche Aufgabe anders sehr viel effizienter zu lösen ist. Wir haben in solchen Fällen auch gelegentlich schon dazu geraten, erst einmal mit einer SEM-Strategie zu beginnen, denn am Ende ist die Kommunikation in sozialen Netzwerken ja ein bißchen so wie das Sahnehäubchen des Online Marketings. Wenn ich nicht alle anderen Tools im Griff habe und in den grundlegenden Kanälen gut aufgestellt bin, dann ist Social Media eben nicht das erste Projekt, das ich als Unternehmen angehen sollte. Da geht es dann darum, in erster Linie Strukturen zu schaffen. Wir als Agentur müssen da sehr sensibel vorgehen und uns mit dem Vorhandensein und der Qualität aller Online-Kanäle beschäftigen.

Facebook kann also nicht für alle Firmen der richtige Weg sein. Wo hat Facebook seine Stärken?

Einen starken Augenmerk auf Facebook zu legen lohnt sich für viele Unternehmen. Besonders wichtig und sinnvoll ist es aber für Marken und Unternehmen, die schon in der klassischen Kommunikation sehr auf Reichweite ihrer Botschaften Wert legen. Denn Facebook kann dann ziemlich gut eingesetzt werden, wenn ich sehr vielen Kunden den Dialog ermöglichen, das für mich als Marke aber noch strukturieren und kanalisieren will. In Konzepten bezeichnen wir Facebook oft als „Social Media Hub“, denn hier kann ich einen zentralen Anlaufpunkt schaffen, der auf alle anderen Kanäle, die ich als Marke im sozialen Web betreibe verweist und Inhalte aus all diesen Kanälen kundennah aggregiert.

In naher Zukunft wird aber sicherlich auch reine Online-Werbung im Sinne von Display Ads auf Facebook wichtiger werden, da die Targeting-Möglichkeiten schon heute absolut beeindruckend sind.

Schließen wir mit Vergangenheit und Gegenwart ab: Wo geht die Social Media Reise hin?

Es ist so, wie in den 90ern mit Internetseiten: obwohl das jetzt keiner glauben will, werden wir uns in 10 Jahren fragen, wie Marken es jemals geschafft haben, ohne Aktivitäten in Social Media überhaupt zu kommunizieren.

Danke fürs Interview.

Bitte, gern.

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Veröffentlichung 20. Oktober 2009

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